Nach Einfachheit sehnen wir uns und gleichzeitig misstrauen wir ihr zutiefst, wenn sie uns dann begegnet.
Wenig dürfte dabei herausfordernder sein, als der Inhalt der folgenden Zeilen. Gelingt es Dir, den Sachverhalt für möglich zu halten, dann brauchst Du nur noch eine spezielle Lebensmineralien – Mischung und eines von drei Büchern, um Aufmerksamkeit und Verstand auf die richtige Spur zu setzen. Der Rest gelingt durch “Nicht-Tun” und die Kultivierung des Lustprinzips sprich “Den Weg des geringsten Widerstandes”.
Krankheit und Gesundheit
Zwei Gesichter ein und derselben Sache
Die Schwingung um die goldene Mitte greife ich noch einmal auf und ersetze die bisher genannten Begriffe durch eine andere Auswahl. Es geht um ein weiteres Experiment, dessen Ausgang Dich möglicherweise überraschen wird.
Auf der aktiven Seite steht nun an erster Stelle
Stress,
als alternativer[1] Ausdruck
für jede Art von
Aktivität und Anspannung.
Tritt der Streß akut und unerwartet in unser Leben, erfahren wir ihn als Schock. Was wir nun als Stress oder Schock empfinden hängt zum allergrößten Teil von unseren persönlichen Glaubens- und Wertemustern ab. Scheinbar geprägt durch die Lebenserfahrungen bewertet man unter Umständen eine Situation als negativ, die für den größten Teil der Menschheit vollkommen gleichgültig ist.
Es gibt also keine an sich stress- oder schockauslösende Situation, sondern nur Ereignisse, die wir vor dem Hintergrund unserer Erfahrungen als negativ bewerten.
Angenommen, jemandem wird die Diagnose Krebs mitgeteilt. Für denjenigen, der an die Unheilbarkeit glaubt, bricht schockartig eine Welt zusammen und die Wogen der Panik schlagen hoch. Trifft die Diagnose hingegen jemanden, der Kenntnis von der Heilbarkeit hat, kommt es anstelle des Schocks zu einer Neuorientierung im Leben.
Ein anderes Beispiel: Der Tod eines geliebten Menschen kann bei nahen Angehörigen schockartige Betroffenheit auslösen. Doch es gibt nicht wenige Kulturen, die den Tod als ein überaus positives Transformationsereignis feiern. Hier wird Freude statt Abschiedsschock den Umgang mit dem Ereignis bestimmen.
Dasselbe Ereignis wird also sehr unterschiedlich aufgenommen, je nachdem welche Bedeutung es für die jeweilige Person hat.
- Mit dem Stressereignis entsteht ein Konflikt.
- Der Sympathikus veranlasst u.a. die Ausschüttung von Adrenalin,
- alle Überlebensfunktionen sind maximal aktiviert.
Überrollt uns nicht akute lähmende Todesangst, fühlt man sich selbst wenn diese Phase länger anhält, meist überaus leistungsfähig. Das Stresserlebnis muss nicht äusserer Natur sein, denn die individuell unterschiedlichen Glaubens- und Wertesysteme bestimmen die Reaktion auch auf innere Konfrontationen[2] und Spannungsfelder.
Als Auslöser eines Konfliktes genügen schon verletzende Worte in einem sensiblen Augenblick: Ausgrenzungen aus der Gemeinschaft, die von den Beteiligten vielleicht gar nicht so gemeint waren oder Verlusterlebnisse im weitgehend schutzlosen Säuglings- und Kleinkindalter und vieles mehr.
Der natürliche Schwingungsverlauf zwischen Aktivität und Regeneration drängt grundsätzlich auf schnellstem Wege zum Ausgleich in der regenerativen Lösungsphase des Konfliktes. Folgt auf einen Stress zeitnah die Erholung, können die Energiespeicher wieder aufgefüllt werden, um für weitere Aktionen zur Verfügung zu stehen. Kommt es hingegen über einen längeren Zeitraum nicht zur Lösung, kann das Gefühl großer Leistungsfähigkeit andauern, obgleich unmerklich die gesamte Energie verbraucht wird und selbst die Energiereserven mit in das tägliche Geschehen einfließen.
Kommt es dann situationsbedingt zu einer Ruhephase, stellt sich zum Teil urplötzlich aus der nichtbewussten Persönlichkeit das natürliche Erholungsbedürfnis ein. Das ist im Jahresverlauf an den bekannten Erkrankungsgipfeln gut zu beobachten. Sie liegen zu Beginn der
- großen Sommerferien,
- rund um die Weihnachtszeit und
- beim Eintritt in den Ruhestand.
In dieser Situation ist Loslassen, sich einlassen herausgefordert.
Müdigkeit und Schläfrigkeit können im Vordergrund stehen. Nach der aktiven Dauerleistungsphase kommt es in Verbindung mit der Entspannung zu Wärmeempfinden am ganzen Körper, bis hin zu fiebrigen Temperaturen, falls die Anspannungsphase länger dauerte. Oft geht die Regeneration Hand in Hand mit Ausscheidungen. Durchfall, Erbrechen oder auch eitrige Prozesse können das Bild bestimmen. Letzte sind dann als innere Reinigungen zu verstehen.
Fällt Dir etwas auf? Das Wechselspiel der aktiven und der passiv nährenden Kräfte bietet ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit an. Lassen wir den vermeintlichen Gegensatz zwischen Gesundheit und Krankheit beiseite und sprechen ganz neutral von einem Konflikt. Dieser Konflikt hat eine aktive überlebensnotwendige Phase einerseits und eine entspannende regenerierende Erholungsphase andererseits. Symptome, die wir üblicherweise als Krankheit bezeichnen, treten nur in der konfliktlösenden Phase auf, wohingegen wir uns in der aktiven Phase eher ausserordentlich leistungsfähig fühlen.
An dieser Stelle überlasse ich es jedem selber herauszufinden, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, und welche Bedeutung dies in Zukunft für Therapien und die Gestaltung des eigenen Lebens haben könnte.
Nur soviel….
Es könnte am Endpunkt Deiner Überlegungen die Einschätzung stehen, dass ausnahmslos alle Therapien auf einem tragischen Irrtum beruhen….,
[1] eine andere Möglichkeit Form, Art und Weise
[2] einem Widerspruch, Widerstand z.B. durch einen Menschen oder eine Situation begegnen

